«Sonne» hat den Zenit erreicht

Mit Obligationenfonds drohen bei steigenden Zinsen Kursverluste - Anlagevermögen aufteilen

Ich möchte 100 000 Franken für mindestens drei Jahre sehr sicher anlegen. Infrage kommen für mich Postsoleil-1-Fonds, die konservativ aufgebaut sind und über die letzten zehn Jahre Kursgewinne und durchschnittlich 3 Prozent Ertrag gebracht haben. Oder aber 3-jährige Kassenobligationen von GE Money Bank, die 2 Prozent Zins abwerfen. Was raten Sie mir?
M. V.

Der Postsoleil 1, der nach einer Namensänderung heute übrigens Postfinance Fonds 1 Bond heisst, hat sich in den letzten Jahren tatsächlich sehr gut entwickelt. Ob das in Zukunft auch so sein wird, scheint mir jedoch eher fraglich.

Es handelt sich um einen Fonds, der ausschliesslich in Schweizer Obligationen investiert. Das hat in den letzten Jahren bei laufend sinkenden Zinsen zu einer stetigen Kurssteigerung geführt.

Seit ein paar Monaten stagnieren die Zinsen allerdings auf sehr tiefem Niveau. Entsprechend konnte auch der Postfinance 1 nicht mehr weiter zulegen.

Sollten die Zinsen in den nächsten ein, zwei Jahren jedoch auf breiter Front steigen, so würde der Fonds einen Teil seiner Kursgewinne wieder abgeben, also an Wert verlieren. Diese Entwicklung muss nicht eintreten, aber das Szenario hat einige Wahrscheinlichkeit. Mit Kassenobligationen zu 2 Prozent wären Sie dagegen auf der sicheren Seite.

Die Frage stellt sich jedoch, warum Sie nur auf das eine oder andere Pferd setzen wollen. Ich würde Ihnen empfehlen, beispielsweise je 50 000 Franken in Postfinance-Fonds und in Kassenobligationen der GE Money Bank zu investieren. So minimieren Sie das Risiko, partizipieren allenfalls aber doch an den - bislang - guten Renditen des Postfinance Fonds 1 Bond. Allenfalls würde sich sogar eine Beimischung von Postfinance Fonds 2 mit rund 15 Prozent Aktienanteil lohnen.

Publiziert am 01.01.2011
durch: sonntagszeitung.ch